Tragetücher: Was ist beim Kauf und Binden zu beachten?

Tragetücher: Was ist beim Kauf und Binden zu beachten?

Was die Naturvölker schon seit tausenden von Jahren völlig selbstverständlich nutzen, wird hierzulande zunehmend ‚in‘. Die Rede ist von Tragetüchern. Diese haben einerseits etwas Nostalgisches an sich. Andererseits kommen Tragetücher in der westlichen Welt immer mehr in Mode so wie auch Tragehilfen. Doch beim Kauf und Binden lauern ernstzunehmende Fehlerquellen…

Richtig binden will gelernt sein

Während der Großteil der Mütter von den 60ern bis 90ern seine Kinder lieber im Kinderwagen vor sich her schob, findet sich heute insbesondere in den Städten eine stetig wachsende Zahl an Müttern – und auch Vätern – , die ein Tragetuch um den Körper gebunden hat.

Das richtige Binden will gelernt sein. Zugegeben – erstmals solch ein meterlanges Tragetuch in den Händen zu halten, lässt Skepsis aufkommen. ‚Wie bekomm‘ ich das Tuch so um meinen Körper gebunden, dass mein Kind sicher darin sitzt?‘ Mit ein wenig Übung und am besten mit der Hilfe des Partners oder einer Freundin klappt das Binden bald wie von selbst. Der Automatismus stellt sich ein, je häufiger Sie das Tragetuch zum Tragen Ihres Babys verwenden.

Worauf Sie beim Binden auf jeden Fall achten sollten:

  • anfangs das Kind nie im Stehen in das Tragetuch bringen (lieber in der Hocke), um schlimme Unfälle zu vermeiden
  • straff binden (viele Tücher geben nach wenigen Minuten etwas nach)
  • Knoten fest verschließen
  • bei Unsicherheit Unterstützung z. B. vom Partner oder der Hebamme erbeten
  • Kind solange festhalten, bis das Tragetuch fertig gebunden ist

Das Kind in Position bringen:

  • Kind in Anhock-Spreiz-Position (Knie circa auf Bauchnabelhöhe)
  • Kind nicht mit dem Gesicht nach vorn (schlechte Rückenhaltung, keine Kopfstütze, Reizüberflutung)
  • Höhe: Kopf des Kindes sollte mit Ihrem Kinn erreichbar sein
  • Neugeborene brauchen eine Stoffbahn als Kopfstütze
  • frühestens ab dem 3. Lebensmonat auf dem Rücken tragen

In der Welt der Tragetücher den Blick für’s Wesentliche bewahren

Tragetücher gibt es von den verschiedensten Markenherstellern. Auf diese sollten Sie zurückgreifen, wenn Sie lange Freude an Ihrem Tragetuch haben wollen. No-Name-Hersteller, die ggf. nur eine Tuchlänge anbieten, sind keine gute Wahl. Bewährt haben sich unter anderen Tragetücher der Hersteller Didymos, Hoppediz, Storchenwiege und Kokadi.

Wer ausschließlich im Tragetuch tragen will, sollte sich 2 Tücher zulegen, damit eines mal in der Waschmaschine landen kann. Wie wäre es beispielsweise mit einem dickeren und einem dünneren Tuch, eines für den Sommer und eines eher für den Winter gedacht? Es gibt auch Tragetücher mit kleinen eingenähten Taschen, in die Sie zum Beispiel Ihren Schlüsselbund stecken können.

Ideal sind Tücher mit folgenden Merkmalen:

  • Tragen ab Geburt und bis 15 kg möglich
  • schadstofffrei
  • mit Mittelmarkierung
  • 4,60 bis 5,40 cm lang (je länger, desto mehr Trageweisen sind umsetzbar)
  • ca. 60 cm breit
  • gewebt (gut belastbar) oder elastisch (nicht für ältere Kinder geeignet)
  • anschmiegsamer, weicher Stoff: Baumwolle, Leinen, Hanf, Seide

Hier noch ein paar Tipps:

Die Wickel-Kreuz-Trage ist die beliebeste Tragevariante. Keine Sorge: Das Kind bekommt ausreichend Luft zum Atmen. Falls nicht, macht es dies durch körperliche Reaktionen deutlich.

Zum Tragen von Neugeborenen sollten Sie ein langes Tuch verwenden, da Sie hier zusätzlich Stoff zum Binden einer Kopfstütze brauchen.

Für den Sommer eignen sich dünne Stoffe wie Jaquard-Tücher.

Für jeden Geschmack gibt es das Passende. Tücher in allen möglichen Farben, Mustern und Motiven sind auf dem Markt.

Achten Sie auf einen hochwertigen Stoff und geben Sie ruhig mehr Geld für gute Qualität aus, als auf schlechte Qualität zu vertrauen.

Auf Tragetücher renommierter Hersteller gibt es eine Garantie von mehreren Jahren.

Vielfach werden im Internet Tragetücher zum Tausch und zum Leasen angeboten. Auch Second-Hand-Ware für den kleinen Geldbeutel ist nicht selten.

Wer keine Zeit zum Binden hat, kann auf so genannte ‚Ring Slings‘ zurückgreifen.

Das Tragetuch kann später z. B. als Hängematte genutzt werden.

Tragetuch oder Tragehilfe?

Tragetuch oder Tragehilfe?

manduca 2011_U2B0952_RGB_300dpiIm Sommer kann so unangenehm schwül-warm wie in einem Schwitzkasten werden. Hingegen sorgt das Tragen im Winter für eine willkommene Wärme. Zudem stärkt das Tragen die Bindung und das Urvertrauen des Kindes. Doch wer sich für das Tragen seines Babys entscheidet, steht früher oder später vor der Qual der Wahl: Tragetuch oder Tragehilfe?

Tragetuch – alt bewährt, anschmiegsam und angenehm

Tragetücher gibt es heutzutage in den verschiedensten Längen, Breiten, Farben, Mustern, Stoffen, Webarten, etc. zu kaufen. Das Internet schäumt geradezu über, wenn man sich auf die Suche danach begibt. Für jeden Geschmack findet sich das passende Tragetuch. Dabei ist es keine neue Modeerscheinung. Bereits seit vielen Jahrtausenden und in vielen Regionen der Erde nutzen Mütter ein Tuch zum Tragen ihres Babys.

manduca-Sling-lime-lovethechange-2-1200pxWer das Binden einmal richtig gelernt hat, wird spüren, dass das Tragetuch perfekt am Körper des Babys und am Körper des Trägers anliegt. Es lässt sich individuell auf das Kind abstimmen und in verschiedensten Art und Weisen binden. Der Körper des Trägers wird nicht einseitig belastet, so wie es bei vielen Tragehilfen der Fall ist. Das Gewicht des Kindes wird bei den meisten Bindeweisen auf Schultern, Rücken, Becken, Bauch usw. verteilt. Dadurch ist es ohne Schwierigkeiten möglich, das Kind mehrere Stunden zu tragen.

Nachteile des Tragetuchs

Der Hauptgrund, warum sich viele Mütter gegen ein Tragetuch entscheiden ist, dass sie glauben, es sei schwer, es richtig zu binden. Das stimmt vielleicht am Anfang… Hier gilt wie in allen Dingen des Lebens: Übung macht den Meister. Anfangs ist es ratsam, sich vom Partner, einer Freundin oder der Hebamme helfen zu lassen. Nach ein paar Versuchen gelingt das Binden des Tragetuchs immer besser und schon bald von ganz allein!
Empfehlenswert sind in den ersten Lebensmonaten des Kindes vor allem die ‚Kängurutrage‘ und die ‚Wickelkreuztrage‘. Sie lassen sich im Vergleich relativ leicht binden.

Weitere Nachteile des Tragetuchs können unter anderen sein:

  • störender Knoten
  • störende, herabhängende Stoffenden
  • zu undurchlässiger/durchlässiger Stoff
  • zeitaufwändiges Binden

Die Tragehilfe – immer mehr auf dem Vormarsch

manduca-babycarrier-petrol-lifestyle-lovethechange-1280px-01Auch Tragehilfen gibt es beinahe wie ,Sand am Meer‘. Hier sollten Sie nicht zu voreilig sein. Die Tragehilfe sollte eng am Körper des Babys anliegen können, aus einem atmungsaktiven Stoff bestehen und ergonomisch für Sie und Ihr Kind sein. Mit einer Babytrage haben Sie Ihr Baby immer dabei, es spürt die Nähe, Wärme und Geborgenheit. Und Sie haben die Hände frei und können sich um Geschwisterkinder, den Haushalt oder den Einkauf kümmern. Selbst in öffentlichen Verkehrsmitteln (engen Straßenbahnen) sind Sie flexibel.

Vorteile der Tragehilfe:

  • schnelles Anlegen und Ablegen
  • flexibel einstellbar
  • weniger Stoff als beim Tragetuch am Körper
  • kein störender Knoten

Nachteile der Tragehilfe:

  • in der Regel dicker Stoff (im Sommer nachteilig)
  • viele Schnallen
  • nicht immer für Neugeborene geeignet
  • liegt weniger angenehm am Körper an
  • Gewicht des Kindes wird schlechter verteilt

Ob Tragetuch oder Tragehilfe – wer sich dazu entschließt, sein Baby ausschließlich zu tragen und nicht in den Kinderwagen zu setzen, sollte sich am besten ein Tragetuch und eine Tragehilfe zulegen. So kann je nach Lust und Laune entschieden werden und: Eine Trage kann auch mal problemlos in der Waschmaschine landen.

Tipps: Im Winter sind Tragehilfen die bessere Wahl, während in der warmen Jahreszeit die Tragetücher vorteilhafter sind. Die Tücher lassen sich gewöhnlich schlechter über eine dicke Winterjacke binden.mam_allweather_cover_blackbird_black_umbrella2_300dpi